Antik oder Vintage – das sind die Unterschiede

Antiker Schmuck

Sehen Möbel, Schmuck, Uhren oder Keramik aus, als wären sie älter als 30 Jahre, werden sie oft mit den Bezeichnungen „Antik“ oder „Vintage“ beworben. Nicht selten werden die beiden Begriffe sogar synonym verwendet, was allerdings falsch und irreführend ist. Zwischen vintage und antik gibt es nämlich einige Unterschiede, die gerade in der Bewertung von Schmuck, Möbeln und Co. ziemlich relevant sind. Welche Unterschiede es gibt und wie Sie herausfinden, ob ein Gegenstand nun vintage oder antik ist, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Begriffsdefinition: Antik

Antike Goldmünzen

Antike Gegenstände werden auch Antiquitäten genannt. Sie sind normalerweise älter als 100 Jahre und stammen damit etwa aus der Zeit des Jugendstils um 1900, der Zeit des Klassizismus, des Barocks, der Renaissance oder gar der Antike (800 v. Chr. bis 600 n. Chr.). Bei den Antiquitäten kann es sich um jegliche Art von Gegenständen handeln, die durch Menschenhand erschaffen worden sind. Besonders beliebt sind natürlich Kunstwerke, handwerkliche Arbeiten oder Schmuckstücke aus wertvollen Materialien. Doch auch Gebrauchsgegenstände, Werkzeuge und alltägliche Gerätschaften der damaligen Zeit gelten als antik.

Deutschland wäre nicht Deutschland, gäbe es für Antiquitäten keine gesetzlichen Anforderungen. Gemäß der DIN-Norm DIN 68871 Abschnitt 4.2 dürfen Möbel nur dann mit dem Begriff „Antik“ beworben werden, wenn sie mindestens 100 Jahre alt sind und keine wesentlichen Veränderungen durch Restaurierung vorgenommen worden sind. Ein Alter von 100 Jahren müssen zudem archäologische Gegenstände, Bestandteile religiöser Denkmäler sowie Kunst- und Baudenkmäler und Bücher aufweisen, um als Antiquität zu gelten.
Andere Gegenstände können hingegen schon früher als antik bezeichnet werden:

  • Verkehrsmittel ab 75 Jahren
  • Archive ab 50 Jahren
  • sonstige Gegenstände wie Uhrmacherwaren, Teppiche und Spielzeuge ab 50 Jahren

Begriffsdefinition: Vintage

Vintage-Schmuck

Vintage Gegenstände sollten per Definition bereits mehrere Jahrzehnte alt sein und stammen damit meist aus den 1950er, 1960er, 1970er und inzwischen auch aus den 1980er Jahren. Es handelt sich oft um Möbel, Kleidung, Schmuck und Accessoires, Fahrzeuge, Bilder und Musikinstrumente sowie um Gebrauchsgegenstände.

Anders als Antiquitäten, die dafür oft viel zu wertvoll sind, geht es bei vintage Gegenständen darum, diese wieder in ihrer ursprünglichen Funktion zu nutzen. So kommt es, dass vintage Kleidung noch getragen, vintage Küchengerät zum Kochen und Backen verwendet und vintage Möbel als Einrichtungsgegenstände genutzt werden. Antiquitäten hingegen werden nicht selten hinter Glasscheiben in Museen ausgestellt, in Kunstarchiven aufbewahrt oder nur unter allergrößter Vorsicht ihrem ursprünglichen Zweck zugeführt.

Die Unterschiede auf einen Blick

Antik

  • gesetzlich definiertes Mindestalter
  • muss mindestens 100 Jahre alt sein (einzelne Ausnahmen)
  • oft zu wertvoll für den Alltagsgebrauch
  • schwerer zu finden (Auktionen, Antiquitätenhändler, Onlineshops)

Vintage

  • keine gesetzlichen Vorgaben
  • sollte mehrere Jahrzehnte alt sein
  • wird häufig weiter genutzt
  • leicht erhältlich (Flohmärkte, Second-Hand, Onlineshops)

Antiquitäten von vintage Gegenständen unterscheiden

Im Kauf von Verkauf von Gegenständen ist es durchaus wichtig, zwischen den beiden Begrifflichkeiten zu unterscheiden. Experten können meist innerhalb kürzester Zeit feststellen, aus welcher Zeit ein zu bewertender Gegenstand stammt. Für Laien mag sich dies jedoch etwas schwieriger gestalten. Daher lohnt es sich oft, eine Expertise durchführen zu lassen – im Rahmen dessen erfahren Sie noch mehr über den Gegenstand und gegebenenfalls auch, wie viel er wert ist. Möchten Sie keine Bewertung durchführen lassen, können Sie sich auch selbst etwas mehr mit den verschiedenen Epochen und Stilen auseinandersetzen, um anschließend einschätzen zu können, ob Ihr Schrank, Ihre Uhr oder Ihre Kette vintage oder doch eine Antiquität ist.

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