Antike Holzmöbel richtig pflegen

Antike Holzmöbel

Antike Holzmöbel verleihen dem Raum eine Ausstrahlung, die mit modernen Möbelstücken nur kaum nachzuempfinden ist. Da das Holz, aus dem sie gefertigt sind, schon einige Jahre alt ist und noch eine lange Zeit in einem guten Zustand verbleiben soll, ist eine richtige Pflege für antike Holzmöbel jedoch ein Muss. Dabei geht es nicht nur um die richtige Reinigung und den Schutz des Holzes, sondern auch um die Schaffung optimaler Umgebungsbedingungen. Wie Sie Ihre antiken Holzmöbel optimal vor Alterungserscheinungen schützen, um noch lange viel Freude an den einzigartigen Stücken haben können, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Reinigen

Mit der Reinigung sollten Sie es bei antiken Möbelstücken idealerweise nicht übertreiben. Holzmöbel, deren Oberflächen jedoch viel genutzt werden – etwa bei einem Esstisch oder einem Sekretär – oder verstauben, sollten Sie, wenn nötig, mit einem angefeuchtetem weichen Tuch abwischen. Alternativ können Sie auch ein gut ausgewrungenes, sauberes Gämsenleder verwenden. Anschließend wird das Möbelstück mit einem trockenen Tuch oder mit saugfähigem Papier abgetrocknet.

Bedarf es einer gründlicheren Reinigung, können Sie eine stark in Wasser verdünnte Essiglösung verwenden, sofern das Holz unbeschädigt und poliert ist. Im Anschluss an die Reinigung mit Essiglösung ist es unerlässlich, die Oberfläche mit einem frischen, ausgewrungenem Tuch abzuwischen, das lediglich mit Wasser gespült wurde. Auch hier ist ein anschließendes Abtrocknen notwendig.

Reinigen: Wasserflecken vermeiden

Wurde Flüssigkeit auf dem antiken Möbelstück verschüttet oder haben Gläser feuchte Ringe hinterlassen, sollten Sie die Holzoberfläche sofort abwischen.

Reinigen: Kerzenwachs entfernen

Gelangt Kerzenwachs auf die empfindliche Holzoberfläche, lassen Sie es zunächst kalt werden. Nun können Sie das Wachs als Ganzes abheben. Alternativ können Sie auch ein sauberes Tuch um eine Wärmflasche wickeln und mit dieser das kalte Wachs leicht erwärmen, um es anschließend mit einem Fingernagel abzutragen.

Reinigung der Kupfer- und Messing-Hardware

Halterungen, Griffe, Knöpfe, Scharniere und Rosetten aus Kupfer oder Messing bilden mit der Zeit eine weiche Patina aus. Das ist aus optischen Gründen nicht immer gewünscht und wird deshalb entfernt – dabei sollten Sie unbedingt auf das Polieren mit Metallreinigern verzichten. Im Idealfall wird die Patina jedoch nicht entfernt.

Allerdings können Sie der Bildung einer Patina vorbeugen, indem Sie die Messing- und Kupfer-Hardware beim Abstauben leicht polieren. Eine Ausnahme bildet hier die Ormolu-Vergoldung. Durch das Polieren könnten sie beschädigt werden. Da sie sehr empfindlich ist, kann auch die Säure der Haut zu Beschädigungen führen, weshalb Armaturen mit Ormolu-Goldfinish so selten wie möglich angefasst und vorsichtig mit einer weichen Bürste abgestaubt werden sollten.

Reinigung von Polstern

Antike Holzmöbel, die (teilweise) mit Polstern bezogen sind, sollten auch in diesen Bereichen gereinigt werden. Ein regelmäßiges Saugen der Polster ist ideal, um Ansammlungen von Staub oder Schädlingen zu vermeiden. Beim Saugen sollten Sie aber möglichst vorsichtig vorgehen, um den Bezug nicht zu beschädigen.

Ölen

Was in der Natur die Rinde übernimmt, müssen bei Holzmöbeln sogenannte Holzöle erfüllen. Sie schützen das empfindliche Holz vor dem Eindringen von Feuchtigkeit, durch die sich das Holz ausdehnen und porös werden könnte. Manche Öle schützen das antike Möbelstück zudem vor UV-Strahlung sowie vor dem Eindringen von Ungeziefer. Gegenüber Holzlack hat es außerdem den Vorteil, dass es tief in die Holzstruktur einzieht. Dadurch findet eine gewisse Stabilisierung von Innen statt – die Holzoberfläche wird weniger anfällig für Abnutzungserscheinungen und Witterung.

Ölen mit pflanzlichen Holzölen

Die Basis pflanzlichen Holzöls ist meist Leinöl, in selteneren Fällen um spezielles Walnussöl (kein Speiseöl!) oder Tungöl. Die letzteren beiden Öle zeichnen sich dadurch aus, dass sie in Verbindung mit Sauerstoff gut aushärten. Leinöl hingegen benötigt relativ lange zum Trocknen und wird daher von vielen Herstellern veredelt, um dessen Trocknungseigenschaften zu verbessern.

Ölen mit synthetischen Holzölen

Holzöle mit synthetischer Basis sind ebenfalls eine Option, um antike Möbel zu schützen. Synthetiköle, auch Hartöle genannt, enthalten Kunst- oder Naturharze, dank derer sie besser härten, sobald sie getrocknet sind.

Wachsen und Polieren

Holzöle verbessern die Oberfläche und ihr Aussehen. Auf die Anwendung von Wachs lässt sich bei antiken Holzmöbeln üblicherweise aber dennoch nicht verzichten. Öle können Rückstände hinterlassen, die die Ansammlung von Schmutz und Staub begünstigen. Daher ist es nahezu immer empfehlenswert, nachdem das Öl vollständig eingezogen ist, hochwertiges Wachs auf das Holz aufzutragen. Das Wachs schützt die Oberfläche vor Feuchtigkeit und Staub, verleiht dem Holz Farbe und betont seine Maserung.

Wachsen: das richtige Produkt wählen

Ideal zum Wachsen antiker Holzmöbel ist eine hochwertige Politur auf Basis von Bienenwachs sowie Antikwachs. Nutzen Sie dafür Pastenwachs und nicht etwa eine Sprühpolitur. Auch sollten Sie auf Poliermittel verzichten, dere Basis Silikon ist. Das Silikon kann in das Finish eindringen und bei späteren Reparaturen oder Restaurierungen zu Problemen führen. Es legt sich wie eine Folie auf die Oberfläche, ist nur schwer zu entfernen und beeinflusst nicht nur die vorhandene Lackierung negativ, sondern kann auch die Haftung von Restaurationen erschweren.

Wachsen: das richtige Vorgehen

Da zu viel Wachs die Oberfläche matt erscheinen lassen kann und eine Absorption von Staub zur Folge haben kann, sollten Sie antike Holzmöbel lediglich alle paar Monate, idealerweise nur einmal im Jahr wachsen.

Tragen Sie das Wachs am besten abends oder nachts auf, damit es das Holz nähren kann. Gehen Sie dabei folgendermaßen vor:

  1. Eine kleine Menge Wachs auf ein weiches, sauberes Tuch geben.
  2. Die Holzoberfläche mit dem Tuch so lange einreiben, bis das Wachs auf dem Tuch glänzt.
  3. Gegebenenfalls mehrere dünne Schichten Wachs auftragen.
  4. Am nächsten Tag kann das Holz nun poliert werden.

Im Zweifelsfall sollten Sie sich beim Wachsen aber unbedingt an die Vorgaben des Herstellers halten. Ist die Oberfläche des Möbelstücks in einem schlechten Zustand, kann es außerdem sinnvoll sein, einen Spezialisten für Möbelrestaurationen zurate zu ziehen, um dem Holz die nötige Pflege zukommen lassen zu können.

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