Silber kaufen – Steuern nicht vergessen!

Silber ist eine spannende Investitionsmöglichkeit, gerade für Anleger mit einem etwas kleineren Budget oder für solche, die ihr Edelmetall-Portfolio diversifizieren möchten. Anders als beim mehrwertsteuerfreien Gold muss beim Kauf von Silber Mehrwertsteuer gezahlt werden. Außerdem wird unter bestimmten Umständen auch die Zahlung von Einkommenssteuer auf Gewinne aus dem Verkauf von Silber fällig. Worauf Sie bezüglich der steuerlichen Behandlung von Silber achten müssen, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Unkompliziert: Silbermünzen und Münzbarren aus dem EU-Ausland sowie Silberbarren, Silberschmuck und Co.

Beim Kauf von Silber ist grundsätzlich Umsatzsteuer beziehungsweise Mehrwertsteuer zu zahlen, wenn es sich um Silberbarren handelt. Dasselbe gilt auch für Silbermünzen und silberne Münzbarren aus Deutschland oder dem EU-Ausland. Hier gibt es keine Ausnahmen oder Schlupflöcher und der Käufer muss grundsätzlich 19 Prozent zusätzlich auf den Nettopreis zahlen.

Silber kaufen – Steuern nicht vergessen!

Ausnahmefall Differenzialsteuer

Etwas anders sieht es allerdings aus, wenn Münzbarren aus Silber oder Silbermünzen aus dem Nicht-EU-Ausland stammen und nach Deutschland importiert werden. Hier kommt die sogenannte Differenzialsteuer zum Tragen. Sie muss von Händlern nicht grundsätzlich genutzt werden, birgt in den meisten Fällen allerdings gleichermaßen Vorteile für Verkäufer und Käufer, da mit der Differenzbesteuerung der Mehrwertsteuersatz von 19 Prozent völlig legal umgangen werden kann.

Der Lieferant, der die Münzen oder Münzbarren aus dem Nicht-EU-Ausland einführt, zahlt sieben Prozent Einfuhrumsatzsteuer. Damit wurde bereits Umsatzsteuer gezahlt und muss nicht noch einmal an den Fiskus abgeführt werden. Der Händler, der Ihnen das importierte Silber verkauft, möchte aber natürlich etwas Gewinn machen. Daher erhöht er den Preis, den er selbst im Ankauf gezahlt hat, um einen gewissen Anteil. Für eben diesen Anteil, die Gewinnmarge des Händlers, wird nun die übliche Umsatzsteuer beziehungsweise Mehrwertsteuer von 19 Prozent fällig.

Somit zahlen Sie als Käufer letztendlich anstelle von 19 Prozent auf den gesamten Verkaufspreis lediglich die bereits in den Ankaufspreis des Händlers eingerechneten sieben Prozent Einfuhrumsatzsteuer sowie 19 Prozent auf die Gewinnmarge des Händlers.

Beispiel 1: Sie kaufen Silbermünzen im Wert von 90 Euro ohne Differenzbesteuerung, der Händler möchte zudem 10 Euro Gewinn machen.

90 Euro + 10 Euro (Gewinnmarge des Händlers) + 19 Euro (Umsatzsteuer/Mehrwertsteuer) = 119 Euro

Damit müssen Sie 119 Euro zahlen.

Beispiel 2: Sie kaufen Silbermünzen im Wert von 90 Euro mit Differenzbesteuerung, der Händler möchte zudem 10 Euro Gewinn machen.

90 Euro + 6,30 Euro (7 Prozent Differenzialsteuer) + 10 Euro (Gewinnmarge des Händlers) + 1,90 Euro (19 Prozent Umsatzsteuer auf die Gewinnmarge) = 108,20 Euro

Damit müssen Sie 108,20 Euro zahlen.

Abhängig von der Gewinnmarge des Händlers kann sich die Anwendung der Differenzbesteuerung also eindeutig lohnen. Allerdings sind Edelmetallhändler nicht dazu verpflichtet, die Differenzialsteuer anzuwenden. Da jedoch die meisten Händler von dieser Art der Besteuerung Gebrauch machen, ergibt sich für jene, die sie nicht nutzen, ein deutlicher Wettbewerbsnachteil. Dennoch kann es sinnvoll sein, beim Händler nach der Besteuerung zu fragen.

Silber und die Einkommensteuer

Verkaufen Sie Silber, das nicht zur Kategorie „Anlagesilber“ gehört, müssen Sie die erzielten Gewinne grundsätzlich in der Einkommensteuererklärung angeben.

Etwas anders sieht es bei Silberbarren und -münzen aus. Ist der Zeitpunkt des Kaufs bereits über ein Jahr her, sind die Gewinne aus dem Verkauf steuerfrei. Haben Sie die Silbermünzen oder -barren jedoch vor weniger als zwölf Monaten erworben, wird grundsätzlich Einkommensteuer nach Ihrem persönlichen Steuersatz fällig.

Allerdings kommt Ihnen der Fiskus hier mit einer Freigrenze von 600 Euro entgegen. Beträgt der Gewinn aus dem Verkauf lediglich 500 Euro, wird auf diesen Betrag letztendlich keine Einkommensteuer fällig – angegeben werden muss er dennoch. Beträgt der Gewinn hingegen 1.000 Euro, wird auch dieser in der Einkommensteuererklärung angegeben. Besteuert wird üblicherweise aber lediglich die Differenz von 400 Euro.

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